Eishet Chayil Programm

Hintergrund

Das Eishet Chayil Programm wurde vor dem Hintergrund der immens wachsenden jüdischen Gemeinden in Deutschland geschaffen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind viele kleinere Gemeinden entstanden und größere haben sich weiterentwickelt. Damit ist auch der Bedarf an Rabbinern und Rebbetzins (den Ehefrauen von Rabbinern) gewachsen, die nun gemeinsam vor der Aufgabe stehen, das religiöse Gemeindeleben aufzubauen, zu erweitern und zu bereichern.

Das Rabbinerseminar zu Berlin startete im Oktober 2013 erstmals in Deutschland mit dem Weiterbildungs- und Vernetzungsprogramm speziell für Rebbetzins. Dieses soll die Rebbetzins dabei unterstützen, innerhalb der Gemeinden erfolgreich tätig zu werden. Führende Persönlichkeiten aus ganz Europa stehen ihnen dabei als Referentinnen und Referenten sowie Mentorinnen zur Verfügung. Hinzu kommt ein regelmäßiger Austausch von bewährten Praktiken, Ressourcen und Erfahrungen, so dass die einzelnen Teilnehmerinnen auch voneinander lernen können.

Gefördert wird das Eishet Chayil Programm von der europäischen Matanel Foundation.

Leitung und Referenten

Geleitet wird das Programm von der Rebbetzin Hadassa Halpern. Sie studierte am „Jewish Teachers Training Seminary“ in Gateshead sowie am Jerusalem Kollel und war mehrere Jahre als Lehrerin tätig.

Eschet Chayil Programm

Aufbau und Zukunft

Das Eishet Chayil Programm besteht aus vier Komponenten:
1) Regelmäßig stattfindende Konferenzen (zweimal jährlich)
2) Kontinuierliche Weiterbildung zu unterschiedlichen relevanten Themen
3) Ressourcen und Unterstützung für die Arbeit in den Gemeinden, unter anderem über ein Mentoring-Programm
4) Schaffung und Aufrechterhaltung eines deutschlandweiten Netzwerks von Rebbetzins

Eschet Chayil Programm

Veranstaltungen

1. Eishet Chayil Konferenz in Berlin 29. – 30. Oktober 2013

Die erste Eishet Chayil Konferenz und gleichzeitig Auftaktveranstaltung des Programmes fand vom 29. – 30. Oktober 2013 in Berlin statt. Das Thema der Konferenz lautete „Juggling the multi-faceted roles of the contemporary Rebbetzin“ und beinhaltete Vorträge von Rabbinern, u.a. von Rabbiner Josh Spinner zu dem Thema „Ahavat Yisroel“. Eines der Highlights der Konferenz war ein Vortrag von und Workshop mit Rebbetzin Rachel Binstock, die als Rebbetzin der sowohl großen als auch dynamischen Gemeinde in St. Johns Wood, England über 30 Jahre Erfahrung verfügt.

2. Eishet Chayil Konferenz in Prag 29. Juni – 01. Juli 2014

Die zweite Eishet Chayil Konferenz fand vom 29. Juni – 01. Juli 2014 in Prag statt. Thema dieser Konferenz (sowie des darauffolgenden Curriculums für das Jahre 2014) war „Managing diversity within communities: Who am I? Who are you? How should we communicate with each other?“. Diesmal lag der Fokus auf den Mitgliedern der Gemeinden, die den Kern der Gemeindearbeit darstellen. Anhand der eigenen Geschichten sollten die Teilnehmer die unterschiedlichen Hintergründe der Mitglieder verstehen. In einem zweiten Schritt ging es dann um effektive Kommunikation mit und innerhalb verschiedener Gruppierungen. Dieser Teil wurde hauptsächlich von der Psychologin und Verhaltenstherapeutin Marina Chernivsky durchgeführt. Des Weiteren referierte die Rebbetzin Channah Rabinowitz (M.A.) zu den Themen „The ABC’s of Becoming a Successful Rebbetzin“ und „Building a Dynamic Team: How to Meld Yours and Your Husband’s Strength.”

Diese Themen werden auch Bestandteil der nächsten Konferenz in Leipzig am 11. und 12. Januar 2015 sein.

3. Eishet Chayil Konferenz in Leipzig 11.-12. Januar 2015

Am 11. und 12. Januar 2015 fand die Eishet Chayil Konferenz in Leipzig zu dem Thema „Connecting – To Hashem, To yourself and To Others“ statt.

Eines der Highlights waren die Vorträge der Referentin aus Moskau, Rebbetzin Dara Goldschmidt, die u.a. über die Vermittlung von Torah und der ewigen Kraft der Tehillim sprach. Die 15 Teilnehmerinnen konnten aber auch einige praktischen Dinge von ihr lernen. Rebbetzin Goldschmidt hat gemeinsam mit ihrem Ehemann einen enormen Beitrag zum jüdischen Leben in Moskau geleistet, u.a. war sie maßgeblich an der Gründung und Entwicklung der Lauder Etz Chaim Schule beteiligt. Die Psychologin Marina Chernivsky führte ihren Lehrgang zum Thema: „Diversity Management in jüdischen Gemeinden“ mit einem Fokus auf interkultureller Kommunikation weiter.

Nicht zuletzt dank der tatkräftigen Unterstützung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig sowie dem Ariowitsch Haus war dies eine äußerst gelungene Veranstaltung.

4. Eishet Chayil Konferenz in Rom 01.-03. November 2015

Vom 01. Bis 03. November 2015 fand die vierte Eishet Chayil Konferenz in Rom mit dem Titel „Keys to Success – Strategies to Unlock Your Potential““ statt. Rom bot den idealen Rahmen für ein herausragendes Seminar. Wir hatten sehr gute Kontakte mit der jüdischen Gemeinde, die uns herzlich empfangen und uns mit der Koordination geholfen hat.

Im ersten Teil der Konferenz lieferte Mario Izcovich, Direktor der gesamteuropäischen Programme der JDC, viele Techniken und führte die Frauen strategisch durch die Phasen der Projektplanung – von der ersten Konzeption bis zur Ein- und Weiterführung eines Projekts. Die Frauen begrüßten seinen sehr praktischen Ansatz enthusiastisch und er gab vielen von ihnen den Anreiz, bei der Rückkehr in ihre Gemeinden neue Projekte zu starten.

Als Hauptredner luden wir Rebbetzin Via Kimche von der Ner Israel Gemeinde in London ein. Ihre Fülle an Erfahrungen vom Aufbau einer Gemeinde von 30 Familien auf über 400 war von unschätzbarem Wert. Die dynamischen, interaktiven Diskussionen und Debatten in den Sitzungen bezeugten die Bedeutung dieser Themen.

Eine professionelle Führung durch das jüdische Viertel und das Jüdische Museum von Rom rundeten das Programm ab.